Website gehackt – was tun? Der Notfallplan in 7 Schritten
Woran du einen Hack erkennst
- Besucher werden auf fremde Seiten umgeleitet, oft nur auf dem Handy oder nur von Google aus
- Bei Google erscheinen Seiten mit Spam-Inhalten (Test: site:deine-domain.de eingeben)
- Browser oder Google zeigen eine Warnung vor deiner Seite
- Unbekannte Administratoren in WordPress
- Dein Hoster sperrt die Seite oder meldet ungewöhnlichen Datenverkehr
- Über deine Domain werden Spam-Mails verschickt
Der Notfallplan in 7 Schritten
- Ruhe bewahren und dokumentieren
Mach Screenshots, notiere Uhrzeit und was dir aufgefallen ist. Lösch noch nichts – du brauchst die Spuren.
- Zugänge ändern
Neue Passwörter für Hosting, FTP, Datenbank, alle WordPress-Administratoren und das E-Mail-Postfach. Unbekannte Benutzer entfernen.
- Seite vom Netz nehmen und Hoster informieren
Wartungsseite schalten, damit Besucher nicht geschädigt werden. Der Hoster kann oft sagen, wann und wie der Angriff passiert ist.
- Bereinigen oder sauberes Backup einspielen
Am sichersten ist ein Backup von vor dem Angriff. Ohne Backup müssen alle Dateien und die Datenbank geprüft und gereinigt werden.
- Lücke schließen
WordPress, Theme und Plugins aktualisieren, Ungenutztes löschen, Firewall einrichten. Sonst bist du in ein paar Tagen wieder dran.
- Datenschutz prüfen
Waren Kundendaten betroffen, etwa aus Formularen oder einem Shop? Dann in der Regel innerhalb von 72 Stunden an die Datenschutzbehörde melden, in Niedersachsen an die Landesbeauftragte für den Datenschutz.
- Google informieren
In der Google Search Console unter „Sicherheitsprobleme“ die Überprüfung beantragen. Erst dann verschwindet die Warnung.
Melden und anzeigen
Nach Art. 33 DSGVO musst du eine Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten innerhalb von 72 Stunden melden, außer sie führt voraussichtlich zu keinem Risiko für die Betroffenen. Bei hohem Risiko müssen auch die Betroffenen informiert werden. Eine Strafanzeige ist möglich, zum Beispiel bei der Zentralen Ansprechstelle Cybercrime des Landeskriminalamts Niedersachsen.
Wie es gar nicht erst passiert
- Regelmäßige Updates von WordPress, Theme und Plugins
- Tägliche Backups außerhalb des Servers
- Starke, einzigartige Passwörter und so wenige Administratoren wie möglich
- Firewall und Begrenzung von Login-Versuchen
- Nur Plugins aus vertrauenswürdigen Quellen, keine „kostenlosen“ Kopien von Premium-Plugins
- Überwachung, damit ein Angriff früh auffällt
Häufige Fragen
01Was mache ich zuerst, wenn meine Website gehackt wurde?
Dokumentieren, alle Zugänge ändern und die Seite vom Netz nehmen. Dann bereinigen oder ein sauberes Backup einspielen.
02Muss ich einen Hack melden?
Wenn personenbezogene Daten betroffen sein können, in der Regel ja: innerhalb von 72 Stunden an die Datenschutzbehörde.
03Wie bekomme ich die Google-Warnung weg?
Nach der Bereinigung in der Google Search Console unter „Sicherheitsprobleme“ eine Überprüfung beantragen.
04Helft ihr auch im Notfall bei fremden Websites?
Ja. Ruf uns an, wir schauen uns die Seite an und sagen dir offen, was zu tun ist.
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